Die Option

Heimat verloren - Heimat gewonnen? Spurensuche zur Südtiroler Option 1939
Im Jahr 1939 waren die Südtiroler vor eine schwere Wahl gestellt. Sie hatten die Möglichkeit, die Heimat zu verlassen und ins Deutsche Reich auszuwandern, oder aber in Südtirol zu verbleiben unter der Gefahr, völlig italienisiert zu werden. In der Folge kam es zu einem heftigen Propagandakampf zwischen den Befürwortern und Gegnern der Option.

Für den einzelnen wurde die Situation unübersichtlich, eine ruhig durchdachte Entscheidungsfindung wurde fast unmöglich. Schlussendlich entschieden sich mehr als 85%, die Heimat zu verlassen. Eine Auswanderungwelle setzte in Gang, 75.000 Südtiroler verließen ihre Heimat. Für viele endete die Fahrt über den Brenner sehr bald in einer Ernüchterung: junge wehrfähige Männer landeten an der Front, das in Südtirol aufgelöste Vermögen wurde nur in Kleinstraten ausbezahlt, und die große Zukunft auf dem eigenen Hof war nur wenigen beschieden, und selbst denen nur für kurze Zeit. - Die Auswanderer waren zu Schachfiguren der Geschichte geworden, und 1945 strandeten viele wieder vor den Toren Südtirols. Doch auch in der Heimat waren sie nicht mehr gern gesehen. Schlussendlich blieben 50.000 der ausgewanderten im heutigen Österreich.


Die Recherchen zur Dokumentation ließen uns auf zahlreiche bisher unbekannte Informationen stoßen.
So entwickelt sich in der Dokumentation ein sehr vielschichtiges Bild einzelner Lebensschicksale und großer politischer Schachzüge. Während bis heute vielfach das Bild vorherrscht, dass nur die Mittellosen und Armen Südtirol damals verließen, sandte die Deutsche Bank schon ihre Gesandten aus, um an das große Geld der Südtirolerumsiedlung zu kommen und tausende Neukonten zu lukrieren.
Auch nach dem Krieg waren noch hohe, im Zuge der Umsiedlung lukrierte Geldbeträge auf verschiedensten Konten geparkt. Nicht immer lässt sich der Weg dieser Gelder bis an ihr Ziel verfolgen, aber die großen Beträge gelangten wohl nicht zu den ursprünglichen Besitzern - den ausgewanderten Südtirolern.
Einblicke in das Geschehen und unterschiedlichste Zugänge zum Thema gewährten uns
Nationalratspräsident Dr. Andreas Khol, Sepp Forcher, Dr. Toni Ebner / Chefredakteur der Dolomiten, Dr. Leopold Steurer / Historiker Südtirol, Rudi Gamper, Koodinator Rai Sender Bozen a.D., Univ-Prof. Michael Gehler und sechzig weitere Interviewpartner aus Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Steiermark und Niederösterreich.,


2 x 45 min, Digital Betacam,
Buch: Anita Lackenberger
Drehbuch, Regie: Anita Lackenberger, Gerhard Mader
Kamera, Schnitt: Gerhard Mader

 

 

 

 

Premiere: 21. September 2006 in Bozen mit LH Dr. Luis Durnwalder
Ausstrahlung RAI Sender Bozen: 6. Oktober 2006 Teil 1 und 13. Oktober 2006 Teil 2

Ausstrahlung ORF 25 min Version: Österreich Bild, 8. Oktober 2006