50 Jahre Staatsvertrag

50 Jahre Staatsvertrag - die Sicht der Frauen

Für die Dokumentation "50 Jahre Staatsvertrag - die Sicht der Frauen" wurden 100 Frauen im gesamten Bundesgebiet interviewt bzw. porträtiert. Dies ergibt einen Schatz von 45 Stunden zeithistorischer Dokumentation von Frauenleben. Zahlen, Daten und Fakten zum Thema wurden zusammengetragen und stehen als Texte zur Verfügung.

Es gibt einen Film mit 90 Minuten und 6 Länderversionen, in denen verstärkt die Frauen des Bundeslandes zur Sprache kommen.

Im Film kommt viel Überraschendes zum Vorschein:
Es gibt fast keine Frauen, die ausschließlich im Hauhalt tätig waren und keinen Zuverdienst hatten. Grundsätzlich würde ich auch den Begriff "Zuverdienst" durch "zweites Haushaltseinkommen" ersetzen. Es gab eine kurze Frist nach dem Krieg, in der es Frauen auch möglich war, Karriere zu machen (Botschafterinnen, Abteilungsleiterinnen in Ministerien, Wirtschaft, etc.) - da es keine Männer bzw. zu wenig gab. Diese Möglichkeit schloss sich spätestens Mitte der 50er Jahre und blieb dann bis in die 70er bzw. Anfang der 80er Jahre verschlossen. Frauen finden sich im Wesentlichen in der Literatur nur als Trümmerfrauen - auch hier wird ihnen der Platz auf anderen gesellschaftlichen Ebenen verweigert. Ein wesentliches Element zur Frauenemanzipation waren die Haushaltsgeräte, die ihren Platz in die Familien fanden. Hier ist als wichtigstes Gerät die Waschmaschine zu nennen. Erst in der Filmrecherche selbst wurde dies sichtbar. Wie Frauen in die Politik kamen hat sich bis heute kaum verändert und so gibt es einiges zum Thema Listenerstellung, etc. Der Film selbst hat aber auch so manche humorvolle Wendung - und erzählt von Schnullern, warum man nicht Heiraten soll, vom Frieden und einer besonderen Episode in Molotows Leben. Die Frauen bekommen im Film eine - noch besser: ihre eigene - Stimme und die Stimme ist es, die ihnen in den meisten Dokumentationen und in der Geschichtsrezeption fehlt.

90 Minuten
Digital Betacam
Buch, Regie: Anita Lackenberger
Kamera, Schnitt: Gerhard Mader